Einzeltest: Neuron Acoustic Trivion
1825 Tage Musik
Zu den spannendsten Newcomern im Bereich Lautsprecher zählt ganz klar Neuron Acoustic. Was wir bisher aus Heilbronn gehört haben, hat uns restlos begeistert. Nun gibt es mit der Trivion die erste Standbox der Heilbronner und wir freuen uns, sie exklusiv zum Test begrüßen zu dürfen.
Anlässlich des 5. Geburtstags der Firma Neuron Acoustic steht mit der Trivion nicht nur die erste Standbox der Company bereit, sondern auch das erste limitierte Modell: Lediglich 20 nummerierte Paare werden gebaut, alle in mattem Charcoal Grey Finish. Alle zum fairen Paarpreis von 9.000 Euro. Bevor wir zu den Details kommen: Ich reite auf sowas sonst nicht groß rum, aber es erfüllt mich doch ein wenig mit Stolz, dass HiFi Test das einzige Print-Magazin ist, dass diesen Lautsprecher testen darf! Und damit haben wir dann tatsächlich alle Modelle der Heilbronner Manufaktur in den gierigen Fingern gehabt.









Optik und Treiber
Dazu setzt er einerseits auf bekannte Bauteile, die sich schon bewährt haben, geht aber in Sachen Bauform und Beschaltung neue Wege. Die Trivion ist Neumeyers erster 3,5-Wege-Lautsprecher. Um die schmale Front (25 cm) zu realisieren und den Preis nicht 5-stellig werden zu lassen, hat er auf die sechs Mitteltöner der M und C verzichtet und setzt stattdessen auf eine Ellipse, die an die Ellipse des Modells R/T angelehnt ist. Eine gute Entscheidung, denn die Maße dieses Lautsprechers sind wirklich gelungen. Die Trivion wirkt nicht allzu wuchtig, obwohl sie schon groß ist (115 cm Höhe). Auf eine 3,5-Wege-Box trifft man eher selten. Die Treiber teilen sich die Frequenzen wie folgt auf: Die zwei Tieftöner mit 18,2 mm Papiermembran spielen bis 200 Hz, aber nicht ganz parallel. Die 6,7cm Papier-Mitteltöner spielen bis 600 Hz bzw. 2300 Hz, auch nicht parallel. Und der Ring-Radiator macht den Rest (siehe Messkasten). Man kann die Treiber, wenn man möchte, unter einer schwarzen Stoffabdeckung verstecken. Und die ist wirklich beeindruckend! Hier haben wir es mit einem sehr hochwertigen, sehr stabilen Produkt zu tun, mit echtem Leder auf der Innenseite und strapazierfähigem Akustikstoff. Das sollte Schule machen. Nur etwas vorsichtig muss man hier sein: Die Magnete sind ziemlich stark, das sollte man beim Anbringen berücksichtigen.
Weichen + Gehäuse
Die Frequenzweichen werden auf zwei Platinen verteilt, eine für die Tieftöner, eine für die 2,5 Wege der Mittel-Hochton-Ellipse. Die Innenverkabelung ist sehr hochwertig, Neumeyer setzt auf Kabel in Flechttechnik, um sie vor klangschädlichen Einflüssen zu schützen. Auch beim Gehäuse wollte man sich nicht auf Standardware verlassen, zumal das zunächst ausgewählte HDFMaterial in Sachen Resonanzen nicht zu 100 Prozent überzeugen konnte. Darum sind Treiber und Technik nun in ein Gehäuse aus 20 Prozent dichterem HDF gekleidet. Die Faserplatten werden extra für Neuron Acoustic angefertigt. Darüber hinaus hat das Gehäuse eine nach hinten schmaler werdende Form, um stehende Wellen so weit wie möglich zu reduzieren, sowie drei Verstrebungen für zusätzliche Stabilität. Die Schallwand ist aus dem Vollen gefräst und 2,1 cm stark, die Bodenplatte 2,5 cm und die Seitenwände sind sogar satte 4 cm stark. Das sollte in Sachen Resonanzarmut nun wirklich reichen. Und für alle Fälle gibt es dann auch noch eine interne Bedämpfung mit Bitumenmatten. Der Sockel des Lautsprechers sieht so aus wie der der Majestic M. Diese nutzt den Spalt für die Entlüftung des Bassreflexrohrs. Das ist bei der Trivion jedoch anders. Hier sitzen die beiden Bassreflex-Ports auf der Rückseite. Eine wandnahe Aufstellung ist aber dennoch möglich. Das liegt auch daran, dass der Bass in der finalen Abstimmung etwas gezähmt wurde. Der Sockel der Trivion ist also aus einem anderen Grund so aufgebaut: Er sorgt für eine Entkopplung des Lautsprechers von Boden. Die Holzstreben/Abstandshalter aus 30 mm Rundholz sind nämlich oben und unten gummigelagert, ebenso die Metallfüße der Lautsprecher.
Lack und Abstimmung
Sprechen wir über Lack. Nach zwei Grundierungen werden vier Schichten eines sehr teuren Luxusauto-Hersteller-Lacks (180 Euro pro kg) aufgetragen, und anschließend eine Schicht samt-matter Klarlack. Alle diese Schichten müssen eine ganze Weile trocknen. Das trägt dazu bei, dass man nach Bestellung sechs bis acht Wochen auf seine Exemplare der Trivion warten muss. Sie kennen das, auf die HiFi Test warten Sie auch immer acht Wochen. Allerdings ist es bei diesem Magazin nicht so wahrscheinlich, dass es ausverkauft ist. Von der Trivion hingegen werden lediglich 20 Paare gebaut. Hier ist es durchaus ratsam, nicht allzu lange zu überlegen. Wie bereits angesprochen: Das Ziel der akustischen Entwicklung war, eine musikalische Box mit angenehmem und dennoch detailreichem Klangbild zu schaffen. Die ursprünglich immensen Basskräfte der vier Tieftöner wurden wie schon erwähnt in mehreren Schritten durch Eingriffe in die Frequenzweiche gezähmt. Aber keine Sorge: Basspower hat die Trivion natürlich trotzdem. Nur übertreibt sie halt nicht und verkneift sich in der fertigen Abstimmung die 25 Hz untere Grenzfrequenz, die sie vorher auspacken konnte. Wenn man ehrlich ist, braucht man die auch nicht. Kaum eine Aufnahme bietet solche tiefen Töne, und häufig fängt man sich nur akustische Probleme ein. Die hier im Verlag selbst entwickelnden und bauenden Kollegen empfehlen einen Tiefgang nicht unter 40 bis 35 Hz. Mittel- und Hochtöner werden auf einer 10 mm starken elliptischen Aluminiumplatte montiert, die von innen an der Schallwand befestigt wird. So sieht man anders als bei der R/T von außen keine Schrauben, die Monteure müssen aber ein wenig schwitzen, da sie die Montage durch die obere Bass-Öffnung vornehmen müssen. Die Aluminiumplatte ist Schwarz matt eloxiert und auch nur in dieser Ausführung zu haben. Das Testmuster hat noch eine lackierte Ellipse, handelt es sich doch um das erste fertige, aber eben nicht zum Verkauf gedachte „Vorführmodell“, bei dem optisch noch nicht alles serienreif ist (klanglich hingegen schon).
Hörtest
Fazit
Die Erfolgsserie reißt auch mit der ersten Neuron-Acoustic-Standbox nicht ab, im Gegenteil: Für mich ist die Trivion der beste Lautsprecher aus der Heilbronner Manufaktur. Sie spielt so gut, dass man sie als Sonderangebot bezeichnen muss.Kategorie: Lautsprecher Stereo
Produkt: Neuron Acoustic Trivion
Preis: um 9000 Eurostreng limitiert auf 20 Paare

Referenzklasse
Neuron Acoustic Trivion
Neuron Acoustic Trivion
| Klang | 70% | |
| Labor | 15% | |
| Praxis | 15% |
| Kategorie | Standlautsprecher |
| Preis (in Euro) | 9.000 Euro |
| Vertrieb: | Neuron Acoustic, Heilbronn |
| Telefon: | 0173 2064848 |
| Internet | neuronacoustic.de |
| Ausstattung | |
| Ausführung | Charcoal Grey matt |
| Abmessungen (B x H x T in mm) | 250/1150/384 |
| Gewicht (in Kg) | 37 kg |
| Prinzip | 3,5-Wege-Bassreflex |
| Garantie | 2 Jahre |
| + | sehr genauer, energiegeladener und doch ruhiger Klang |
| + | aufwendige Konstruktion mit Liebe zum Detail |
| +- | +streng limitiert auf 20 Paare |
| Klasse | Referenzklasse |
| Preis/Leistung | hervorragend |




